Hormone & Schlaf
Warum du nachts nicht mehr schläfst und was du dagegen tun kannst
Du kennst das Gefühl: Der Wecker klingelt morgen wieder um 6:30 Uhr. Seit Stunden drehst du dich im Bett von einer Seite auf die nächste und kannst einfach nicht einschlafen. Nicht, weil du nicht müde bist, sondern weil dich irgendwas wachhält.
Oder du schläfst problemlos ein. Aber irgendwann in der Nacht bist du plötzlich hellwach. Gedanken rasen. Decke zu warm. Decke zu kalt. Du schaust aufs Handy, es ist 2:47 Uhr, und du weißt: Das war's mit Schlafen. Am nächsten Morgen funktionierst du. Irgendwie. Kaffee. Nochmal Kaffee. Und abends bist du so erschöpft, dass du kaum noch einen klaren Gedanken fassen kannst. Aber gut schlafen? Natürlich nicht.
"Wenn dir das bekannt vorkommt: Du bist nicht allein.
Und es ist auch nicht einfach Stress oder 'zu viel um die Ohren'".
Was deinem Schlaf gerade in die Quere kommt
Schlechter Schlaf hat viele Gesichter. Bei manchen Frauen ist es das Einschlafen. Der Kopf dreht sich, die To-do-Liste läuft durch, der Körper ist müde aber der Geist macht weiter. Bei anderen ist es das Durchschlafen. Man schläft prima ein, aber um 2, 3 oder 4 Uhr ist der Schlaf plötzlich weg.
Beides hat oft ähnliche Hintergründe:
Cortisol aus dem Takt
Cortisol ist dein Wachheitshormon. Es sollte morgens hoch sein und abends sinken. Wenn du tagsüber lange unter Strom stehst, bleibt der Cortisolspiegel oft auch nachts erhöht. Dein Körper denkt: Alarm. Schlafen? Später.
Gedankenkarussell
Nicht einschlafen können hat oft auch damit zu tun, dass der Übergang von "funktionieren" zu "loslassen" nicht mehr gut klappt. Dein Nervensystem ist zu sehr auf Aktivität trainiert. Abschalten fällt da zunehmend schwer.
Ein Zusammenhang der oft übersehen wird
Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Serotonin. Aus Serotonin wird wiederum Melatonin gebildet, dein wichtigstes Schlafhormon. Schwankt dein Östrogenspiegel, kann das direkt deine Schlafqualität beeinflussen. Ein Teufelskreis: Schlechter Schlaf kann wiederum den Hormonhaushalt weiter aus dem Gleichgewicht bringen.
Was wirklich hilft und was eher nicht
Erstmal das Unbequeme: Eine Schlaftablette löst das Problem nicht. Schlaf-Apps auch nicht. Und Lavendelspray am Kopfkissen ist nett, aber keine Strategie.
Was tatsächlich einen Unterschied macht:
Abendroutine, aber eine echte
Nicht als Regel („Kein Handy nach 21 Uhr“), die du dir aufzwingst, sondern als Übergang. Etwas das deinem Nervensystem signalisiert: Der Tag ist vorbei. Das kann ein kurzer Spaziergang sein, zehn Minuten Lesen, eine Tasse Kräutertee. Solange es wirklich ein Ritual wird und nicht noch eine Aufgabe auf deiner Liste.
Cortisol tagsüber senken
Wenn dein Stresslevel tagsüber dauerhaft hoch ist, wirst du auch nachts keine Ruhe finden. Kurze Pausen, Bewegung, Momente in denen du wirklich abschalten kannst. Das sollte kein Luxus sein. Sieh es als notwendige Voraussetzung für deinen Schlaf.
Wenn du nachts wach wirst: nicht kämpfen
Wachliegen und sich ärgern macht es meist schlimmer. Steh kurz auf, trink einen Schluck Wasser, mach etwas Ruhiges und leg dich wieder hin, wenn du müde wirst. Das Kämpfen gegen die Einschlafproblematik macht es oft schlimmer.
Wann wird es wieder besser?
Das ist die Frage, die sich die meisten stellen.
Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an, was dahintersteckt.
Wenn dein Schlaf durch Stress aus dem Takt geraten ist, können passende Routinen relativ schnell etwas verändern. Wenn es tiefer liegende Ursachen gibt, hormonelle Schwankungen, ein dauerhaft instabiler Blutzucker, ein Nervensystem im Dauerstress, dann braucht es mehr als ein paar allgemeine Tipps.
Was auf jeden Fall hilft: Nicht irgendeine Lösung, sondern verstehen, was bei dir persönlich los ist.
Was jetzt?
Wenn du merkst, dass dein Schlaf seit Wochen oder Monaten nicht mehr das ist, was er mal war und du das Gefühl hast, dass es nicht einfach "mal ein schlechter Schlaf" ist, dann lohnt es sich genauer hinzuschauen.
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Sabine Farrenkopf
Beratung für die Perimenopause und frühen Wechseljahre